Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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Ich werde in diesen Tagen öfter mal gefragt, was ich denn vom Buch „Shades of grey“ halte, und ob ich es auch sooooo toll fand. Sagen wir mal so: ich hab reingelesen, und selten so ein schlechtes Buch in der Hand gehabt. Wenn ich beim Lesen nebenher im Kopf damit beschäftigt bin, Satzbau und Grammatik zu verbessern, oder mitzuzählen wie oft sich ein Verb oder Adjektiv innerhalb von einer Viertelseite wiederholt, dann kann ich das echt nicht weiterlesen. Vielleicht ist einfach nur die Übersetzung schlecht, dachte ich mir, und habe einen Blick ins Original geworfen…genauso grausam. Da ich aber ein neugiereiger Mensch bin und wissen wollte, wie das ganze Elend endet, habe ich mir mal den Schluss vom 3.Teil auf englisch angeschaut, und ich kann sagen, ich habe viel gelacht.

So, nun aber mal zu einem wirklich tollen Buch, das es ganz rasend schnell in mein Herz und auf meine ewige Bestenliste geschafft hat: Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Die Geschichte von Hazel und Gus, die sich in einer Krebs-Selbsthilfegruppe kennenlernen und sich ineinander verlieben. Hätte nicht John Green diese Geschichte erzählt, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen, rührselige, kitschige Krebsgeschichten sind nicht so meins. Doch in diesem Buch zeigt der junge Autor sein ganzes Können. Völlig unsentimental erzählt er diese Geschichte, klar und deutlich und nichts verschleiernd.  Und vor allem mit einem Humor, der das Buch so umwerfend macht, weder verletzend oder sarkastisch, noch platt oder albern.  Man liest das Buch mit einem Lächeln und mit Tränen in den Augen und fängt wieder von vorne an, wenn man fertig ist, aber nur um sich jede Menge wunderbare Zitate zu notieren. Hier mal eine kleine Kostprobe:

– „Du hast mir mit deinen gezählten Tagen eine Ewigkeit geschenkt!“

Auf den Ausspruch seines Vaters „In den dunkelsten Stunden schickt der Herr uns die besten Menschen“ antwortet Augustus mit einem Satz wie „Schnell, gib mir Nadel und Faden, das muss ich schnell auf ein Kissen stecken.“ Aber natürlich entschuldigt er sich umgehend für den Witz: „Ich mag gute Ermutigungen, Dad. Ich kann es nur nicht zugeben, weil ich ein Teenager bin.“

„Greens Roman macht keine falschen Versprechen, bietet keine endgültigen Wahrheiten an. In der Beschreibung des Lebens, Leidens und Liebens zweier unheilbar kranker Jugendlicher offenbart er aber große Wahrhaftigkeit.“ (Andrea Huber/Die Welt)

„Manchmal liest man ein Buch, und es erfüllt einen mit diesem seltsamen Missionstrieb, und du bist überzeugt, dass die kaputte Welt nur geheilt werden kann, wenn alle Menschen dieser Erde dieses eine Buch gelesen haben.“
Und genau deswegen meine Empfehlung: ran an das Buch!!!

 

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Über papierdschungel

Hallo, ich bin Damaris und ich lebe auf der schönen Schwäbischen Alb. Lesen und Basteln gehören zu meinen großen Leidenschaften. Seit 1999 arbeite ich als Buchhändlerin, seit Juli 2012 bin ich auch unabhängige Stampin' Up! Demonstratorin. Viel Spaß auf meinem Blog.

Eine Antwort »

  1. Ich merke, wir haben einen ähnlichen Buchgeschmack. Ich lese viel, gerne auch „All- age Literatur“, und fast alle Bücher, die du hier vorstellst, habe ich auch durch und für gut befunden. John Greene ist, finde ich, ein Ausnahmeautor! Lg, Melanie

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